Gesundheitsvorsorge und Ärztemangel
Gesundheitsvorsorge, Vorsorgeuntersuchungen und Ärztemangel, akademische Ausbildung ohne Zukunft?
Die Nachrichten über den finanziellen Aderlass der gesetzlichen Krankenkassen werden immer dramatischer. Täglich werden wir mit neuen Hiobsbotschaften und Fakten über Verluste konfrontiert, die durch immer höhere Belastung bei deutschen Krankenkassen zu Buche schlagen. Dabei gewinnt man andererseits den Eindruck, dass den so wichtigen Vorsorgemaßnahmen für die Erhaltung der Gesundheit eher weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, obwohl gerade in diesem Bereich viel Raum für die Verbesserung der allgemeinen Kassenlage gegeben wäre. Über eine nachhaltige Gesundheitsvorsorge ließen sich zumindest mittel – und langfristig viele Kosten einsparen, die in Folge von gesundheitlichen Schäden entstehen.
Später bleibt dann nur die Erkenntnis, dass diese durch vernünftige Vorsorgemaßnahmen vermeidbar gewesen wären.
Die langjährige Ausbildung zum Arzt nutzbringend für die Patienten einsetzen
Eine flächendeckende ärztliche Versorgung kann unter den derzeitigen Bedingungen nicht, oder nur sehr oberflächlich gewährleistet werden. Ohne den uneigennützigen und aufopferungsvollen Einsatz vieler Kassenärzte, besonders in den neuen Bundesländern, wären zahlreiche Bundesbürger faktisch ohne ausreichende ärztliche Betreuung. Besonders bei der so wichtigen Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft sind derartige Nachteile beklagenswert. Selbstverständlich sind aber nicht nur Vorsorgeuntersuchungen für Frauen, sondern auch für Männer und Kinder sehr bedeutend.
Die Fachwelt ist sich andererseits einig, dass regelmäßige und gezielte Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen im Allgemeinen dabei im Mittelpunkt ärztlicher Betreuung stehen sollten. Dazu gehört vor allem das direkte Gespräch und die Beratung Arzt zu Patient. Die Honorare für diese wichtige Aufgabe des Arztes sind jedoch scheinbar nicht ausreichend oder gar zu gering, um die ärztliche Grundversorgung über patientennahe Arztpraxen sicherzustellen.
Langjährige, hochqualifizierte Studiengänge mit geringer Effizienz
Um diese wichtige Aufgabe wahrzunehmen ist der Arzt über viele Jahre ausgebildet worden und es wäre deshalb wünschenswert, wenn er seine Kenntnisse und Fähigkeiten mit mehr Nachdruck und angemessenem Zeitaufwand zum Nutzen seiner Patienten anwenden und einsetzen dürfte.
In vielen anderen Ländern scheinen die Arbeitsbedingungen für gut ausgebildete Ärzte besser zu sein als hierzulande. Der Ärztemangel wird vielerorts beklagt, obwohl die Anzahl der Ärzte seit einiger Zeit wieder ansteigt. Die steigende Anzahl von gut ausgebildeten Ärzten, die ihr Glück fern der Heimat suchen, gibt daher Anlass zum Nachdenken
Politik, Kassen und Arztverbände haben noch keinen Ausweg gefunden, um Engpässe in der ärztlichen Grundversorgung zu beseitigen und den finanziellen Druck auf die Krankenkassen zu lindern.